Maßgeblich beeinflusst wurde die Geologie Mitteleuropas von drei großen Gebirgsbildungen.

Das Erzgebirge das Vogtland, Teile der Lausitz und das Sächsische Granulitgebirge gehören, zusammen mit zahlreichen anderen Mittelgebirgen Deutschlands, zur sogenannten "Mitteldeutschen Kristallinschwelle". Es handelt sich dabei um die Überreste eines einst mächtigen, ursprünglich cirka 500 – 1000 km breiten Hochgebirges, welches sich im Bereich des heutigen West- und Mitteleuropas auftürmte.

Auf einer Weltkarte zur Zeit der Entstehung diese Hochgebirges würde man die heutigen Kontinente nicht erkennen. Durch die Untersuchung von Gesteinen wissen wir aber, dass das Gebirge im späten Devon bis Oberkarbon durch die Kollision der Kontinente Gondwana und Larussia geformt wurde. Beide Kontinente vereinigten sich zum Superkontinent Pangäa.

Über die Jahrmillionen wurde durch die Erosion bis auf einen Gebirgsrumpf abgetragen. Diese erhaltenen kristallinen Rümpfe sind das Landschaftsbild Mitteldeutschlands. Geologisch gesehen zählen diese Gesteinskomplexe zum sogenannten "Grundgebirge". Das sind Gesteinskomplexe aus dem Paleozoikum, die mindestens einmal durch eine Gebirgsbildung metamorph überprägt wurden.

Die ältesten in diesem Gebirge aufgeschlossenen Gesteine gehen bis ins Präkambrium zurück und sind seit ihrer Entstehung vielfältig überprägt worden. Durch Druck, Temperatur und wechselnden Chemismus wurden die ehemaligen Sedimente und plutonischen Tiefengesteine zu metamorph überprägten Gneisen, Schiefern, Grauwacken und Granuliten, als die sie heute zu finden sind [2].

Die letzte Gebirgsbildung, die Entstehung der Alpen, ist heute noch im Gange. Jedes Jahr heben sich die Alpen um durchschnittlich 2 mm. Ursache ist die anhaltende Kollision der Erdplatten unter unseren Füßen, die unglaubliche Kräfte freisetzt und ganze Großlandschaften über geologische Zeiträume so spielerisch verformt wie Knetmasse in den Händen eines Kindes. 

 

Quellen

[1] Henningsen, D. (2006). Einführung in die Geologie Deutschlands: 13 Tabellen (7.Auflage). München ; Heidelberg: Elsevier.

[2] Rothe, P. (2012). Die Geologie Deutschlands – 48 Landschaften im Porträt. (4.Auflage). Darmstadt; Wissenschaftliche Buchgesellschaft; Primus Verlag.

Bildquelle Titelbild: Bild von B S aus Pixabay,  URL: https://pixabay.com/de/photos/erzgebirge-sommer-fichtelberg-1751274/



Letzte Änderung:
26.06.2019
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