Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Getränkedose verblüffend weiterentwickelt. Die Bierdose feiert 2020 ihr 85-jähriges Jubiläum. Im Jahre 1935 wurde sie von der Gottfried Kruger Brewing Company, einem Unternehmen aus New Jersey in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt [1].
Doch noch immer feilen Entwickler an Design, Material und den Beschichtungen [1].
Allein in den letzten 20 Jahren wurde durch die Reduzierung der Materialstärke eine Gewichtsersparnis von etwa 40 % erzielt [2]. Die Wandstärke beträgt meist nur noch 0,15 mm und kann damit kaum noch dünner werden.
Doch woraus besteht eine Getränkedose eigentlich?

Es ist kein Zufall, dass im Englischen das Wort "tin" sowohl "Zinn" als auch "Dose" bedeutet. Weissblech ist ein dünnes Stahlblech, welches mit einer hauchdünnen Zinnschicht als Korrosionsschutz überzogen wurde. Zinn ist ein Schwermetall mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Wenn Sie diesen Text gerade an einem Flachbildschirm lesen, ist dies unter anderem dem Metall Zinn zu verdanken, welches als Indium-Zinn-Oxid in transparenten Elektroden verwendet wird [4].
Während die Zinnbeschichtung mit einigen Mikrometern verschwindend dünn ist, besteht das eigentliche Blech aus hochwertigem Stahlblech. Auch Stahl wurde im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt und erforscht. Heute werden allein in Deutschland über 2000 verschiedene Stahlsorten produziert.
Auch Aluminium ist ein beliebter Rohstoff für die Dose

Neben Weißblech wird vor allem Aluminium für die Herstellung von Getränkedosen verwendet. Aluminium ist ein Leichtmetall und es wird überall dort eingesetzt wird, wo es auf ein geringes Gewicht ankommt.
Das Element Aluminium ist das dritthäufigste in der Erdkruste, wo es einen wichtigen Bestandteil vieler Silikatminerale darstellt. Leider sind genau diese Silikate aufgrund ihrer stabilen Kristallstruktur ungeeignet für die Gewinnung von Aluminium, da die benötigte Energie viel zu hoch wäre.Das Erz der Wahl für die Aluminiumgewinnung ist daher ein rötliches Gestein namens Bauxit.
Das Aluminium wird aus im Bauxit enthaltenen Aluminiumhydroxiden gewonnen. Aluminiumhydroxid muss aber noch durch extrem energieaufwändige Prozesse zuerst zu Aluminiumoxid umgewandelt, und dann zu reinem Aluminium reduziert werden.
Bei der Wiederverwendung von Aluminium aus Schrott wird dagegen nur ein Bruchteil der Energie benötigt, Deshalb ist das Recycling von Aluminium so wichtig. Obwohl die Recyclingrate für Dosen in Europa sehr hoch ist, ist "eine echte Wiederverwertung von Getränkedosen" des Büros für Umweltwissenschaften in Berlin zufolge zurecht umstritten (Siehe dazu Quelle [3]).
Forscher träumen bereits von kompostierbaren Dosen. Sollte diese Idee jemals umgesetzt werden, könnte das der Tag sein, an dem auch in Deutschland die Getränkedose wieder pfandlos unter die Leute darf [1].
Quellen:

[1] Welt.de, Themenseite Wirtschaft, URL: https://www.welt.de/wirtschaft/article5817665/So-schlecht-ist-die-gute-alte-Bierdose-nicht.html, letzter Zugriff am 14.12.2018.
[2] Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. - Aluminiumdose - Zahlen und Fakten; URL: http://www.aluinfo.de/files/_media/dokumente/Downloads/Fact%20Sheets/Aluminium%20und%20Bauxit/Al_Getraenkedose_funktionelle_Verp.pdf, letzter Zugriff am 14.12.2018.
[3] UWI-Berlin, Handbuch für die Umwelt- und Abfallberatung, URL: http://www.uwi-berlin.de/texte/58-metallverwertung.pdf, letzter Zugriff am 14.12.2018.
[4] Neukirchen, F., Ries, G. (2014): Die Welt der Rohstoffe – Lagerstätten, Förderung und wirtschaftliche Aspekte. Springer Verlag, Berlin – Heidelberg 
 
Bildquelle Titelbild: Getränkedosen. Erich Röthlisberger auf Pixabay, URL:https://pixabay.com/de/photos/blech-alu-b%C3%BCchsen-m%C3%BCll-entsorgen-2559543/, letzter Zugriff: 17.06.2019


Letzte Änderung:
29.06.2019
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