Naturkundemuseum und riesige, versteinerte Bäume

Die frühesten Funde des versteinerten Waldes von Chemnitz wurden Anfang des 18. Jahrhunderts bei Hilbersdorf entdeckt. Heute ist der versteinerte Wald an einigen Stellen in Chemnitz zu sehen. Die größte Ausstellungsstück befindet sich im Innenhof des Kulturkaufhauses DAStietz – ein 10 m langer, bis zu 22 cm dicker, versteinerter Schachtelhalm.

Was ist so besonders am versteinerten Wald? Normalerweise sind von der Flora und Fauna vergangener geologischer Epochen, wenn überhaupt, nur sehr spärliche Überreste in Form von Fossilien erhalten.

Im versteinerten Wald ist dagegen eine phantastische und detailreiche Pflanzenwelt von vor knapp 300 Millionen Jahren erhalten geblieben. Unter anderem aus Untersuchungen dieser Fossilien wissen wir, dass Chemnitz damals am Äquator lag und vom Regenwald bedeckt war. Außerdem war die Region im Perm vulkanisch sehr aktiv. Der versteinerte Wald ist nur deshalb so gut erhalten, weil er quasi von einem Moment zum nächsten von einer heißen Tuff- und Ascheschicht bedeckt wurde. Diese vulkanischen Ablagerungen stoppten den Abbauprozess, der normalerweise durch Oxidation bei abgestorbener organischer Materie einsetzt. Die Pflanzen "versteinerten" durch später im Boden zirkulierende, kieselsäurehaltige Wässer. Die Zellstruktur der Pflanzen wurde durch Minerale wie Quarz, Kalzit, Apatit oder Fluorit ersetzt, weshalb versteinertes Holz so farbenprächtig ist.

Im Naturkundemuseum Chemnitz gibt es eine Ausstellung mit mehr Informationen zum versteinerten Wald.

 

[1] Rößler, R., Kretzschmar, R., Annacker, V., Mehlhorn, S., Merbitz, M., Schneider, J. W., & Luthardt, L. (2009). Auf Schatzsuche in Chemnitz–Wissenschaftliche Grabungen’09. Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, 32, 25-46.
[2] Museum für Naturkunde Chemnitz, Themenseite Versteinerter Wald von Chemnitz, Online. Abgerufen unter: http://www.naturkunde-chemnitz.de/index.php?pg=Grabung_2008&id=natur [19.09.2018].
Quellen



Letzte Änderung:
22.12.2021
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