Der Abbau von Braunkohle erfolgt in Deutschland ausschließlich im Tagebau. Gründe sind das oberflächennahe Anliegen des Rohstoffes und der Preis, der den unterirdischen Abbau wirtschaftlich nicht zulässt.
Zunächst muss während der Zeit der Kohleförderung der Grundwasserspiegel mit einem Ring von Pumpen um das Kohlerevier abgesenkt werden. Um an das Braunkohleflöz zu gelangen, werden außerdem die darauf liegende Schichten abgetragen. Im Falle von Braunkohle ist das oft unverfestigter Boden, Abraum genannt. In den deutschen Tagebau-Revieren müssen für jede Tonne Braunkohle 3 - 6 m³ Abraum bewegt werden. Die Ausdehnung eines typischen Braunkohlereviers beträgt viele 100 km² und die abgebauten Mengen sindim Vergleich zu anderen Rohstoffen hoch (Siehe Abbildungen im Beitrag zu ökonomischen Daten). 
Der Abbau der Kohleflöze erfolgt mit riesigen Schaufelrad- oder Eimerkettenbaggern auf mehreren Ebenen und die Braunkohle wird auf kilometerlangen Förderbändern abtransportiert. 
Nach Beendigung des Tagebaus muss die Abbaufläche nach deutschem Bergrecht wieder rekultiviert werden. Durch verantwortungsvoll durchgeführte Maßnahmen können so wertvolle Natur- und Erholungsräume entstehen. Sobald das Grundwasser nicht mehr abgepumpt wird, füllt sich der Tagebau mit Wasser. Die Lausitzer Seenlandschaft ist ein künstlich angelegtes Seengebiet, das durch Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaue entstanden ist.
Folgendes Video zeigt verschiedene fortschreitende Braunkohletagebaue in Deutschland im Zeitraffer von 1983-2017: https://www.youtube.com/watch?v=e_wx_LsAbwk (Anbieter Delirium, 1:19 min)
Schemazeichnung eines Tagebaus aus dem Rheinischen Revier:
Das Kohleflöz ist in braun eingezeichnet, die Abbaurichtung des fortschreitenden Tagebaues wird durch die weißen Pfeile angezeigt. Große Schaufelradbagger tragen auf mehreren Ebenen den Abraum und die Kohle ab. Die Kohle wird zum nahen Kraftwerk transportiert, der Abraum wird mittels kilometerlanger Förderbänder im rückliegenden Teil des Tagebaus wieder auf der Kippe abgelagert. So bewegt sich der Tagebau ständig vorwärts (siehe Video Tagebau im Zeitraffer).
 
Bildquelle: RWE, Themenseite Entstehung und Abbau von Braunkohle, http://www.rwe.com/web/cms/de/494396/rheinbraun-brennstoff/produktion/entstehung-und-abbau/, letzter Zugriff am 25.5.2018
Quellen

[1] DEBRIV - Bundesverband Braunkohle, Themenbereich Bildung, https://braunkohle.de/10-0-Bildung.html, letzter Zugriff am 25.5.2018
[2] RWE, Themenbereich Rheinisches Revier, Entstehung und Abbau, http://www.rwe.com, letzter Zugriff am 25.5.2018


Letzte Änderung:
19.09.2018
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